Franzbrötchen aus England


Hallo ihr Lieben 🙂
Wie ich schon vor ein paar Tagen erzählt habe, bin ich im Moment in Christchurch, also in England. Gesternabend hatten wir Zeit für die Gastfamilien, also hab ich vorgeschlagen, dass meine deutsche Gastschwester und ich etwas typisch deutsches backen könnten. Die Idee hatte ich erstens weil wir irgendetwas für die Familie machen wollten und weil ich zweitens unter einem sehr schlimmen Backentzug leide.

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Unser Gastvater und unsere Gastmutti fanden unseren Vorschlag gut, also habe ich Bilder von einigen typisch deutschen Leckereien rausgesucht und sie kurz beschrieben. Zur Auswahl standen Schwarzwälderkirschtorte, Streuselkuchen, Hefezopf, Bienenstich und eben Franzbrötchen. Die Entscheidung war eigentlich relativ schnell gefallen, auch wenn sie mich überrascht hat. Ich hatte eher mit Schwarzwälderkirschtorte oder Streuselkuchen gerechnet, aber gegen Franzbrötchen war selbstverständlich auch nichts einzuwenden.
Also schrieb ich am Freitagabend meine Mama an und bat sie, mir das Rezept für die Franzbrötchen zu schicken. Das Rezept haben wir mal von einer guten Freundin bekommen, also kann ich leider keine richtige Quelle sagen und inzwischen haben wir es auch etwas nach unserem eigenen Geschmack abgewandelt.

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Als ich dann am Samstagmorgen alle nötigen Zutaten übersetzt und auf einen Einkaufszettel geschrieben hatte, konnte ich nurnoch hoffen, dass mein Gastvater alle richtigen Zutaten besorgen kann. Meine Sorge sollte sich sogar als berechtigt herausstellen, denn in England gibt es keine frische Hefe. Das einzige was sie hier kennen, ist Brotbackhefe. Und auch der braune Zucker war anders als unserer. Er war leicht feucht und nicht so süß wie normaler Kandiszucker. Außerdem erinnerte mich der Geschmack sehr stark an Ahornsirup. Sogar die „unsaltet“ Butter schmeckt hier etwas anders. Aber das ist mir nur beim so-probieren aufgefallen. Im späteren Gebäck merkte man davon nichts mehr.
Alles in allem hat alles dann aber doch sehr gut geklappt und ich hatte das erste Mal in meinem Leben das Recht, mit einem richtigen Gasofen zu backen (Sehr gut, bei extremer Feuerfobie.) Doch wie gesagt, es ist alles gut gegangen und so kann ich euch beruhigt das Rezept präsentieren:

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Zutaten:
Teig:
75g Rosinen (auch sehr lecker mit Cranberrys oder anderem Trockenobst)
3 EL Rum
200ml Milch
500g Mehl
1 Würfel frische Hefe (wie ich jetzt herausfinden durfte, geht es mit Tütenhefe ebenso gut)
100g weißer Zucker
75g Butter
1 Prise Salz

Füllung:
50g Butter
2 EL gemahlener Zimt
75g brauner Zucker
1 Eigelb (Größe M)
1 EL Milch
Mehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung:
1. Sultaninen in Rum einweichen. Am besten immer mal wieder umrühren, damit an alle genug Rum kommt.

2. 100ml Milch handwarm erhitzen. Die Hefe und einen Esslöffel weißen Zucker dazugeben. Das Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen, in die die Hefe-Milchmischung gegeben wird. Alle Zutaten in der Schüssel miteinander vermengen. Dabei am besten damit anfangen, das Mehl vom Rand unter den Rest zu mixen. Die Mischung wird sehr trocken sein und eventuell ist nicht genug Milch für das ganze Mehl da, aber das macht ersmal nichts.
Die Mischung ca. 15-20 Minuten ruhen lassen.

3. 100ml Milch handwarm erwärmen. Mit Butter in Flocken, restlichem weißen Zucker und 1 Prise Salz zu dem Vorteig in die Schüssel geben und miteinander verkneten.
Zugedeckt etwa 40 weitere Minuten ruhen lassen.

4. Währenddessen die Butter für die Füllung aus dem Kühlschrank nehmen. Den braunen Zucker mit Zimt mischen und das Eigelb mit der Milch verrühren.

5. Den fertigen Hefeteig auf einer dünn bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig ausrollen. Er soll dann etwa 50 x 35 cm groß sein. Die Teigplatte dann mit der Zimmerwarmen Butter bestreichen. Je nach Größe der Platte kann es etwas mehr oder weniger benötigte Butter sein. Anschließend gleichmäßig mit dem Zimtzucker bestreuen, aber noch etwas von der Mischung für später aufheben. Dann die eingelegten Sultarinen leicht abtropfen lassen und auf der Teigplatte verteilen.

6. Nun kommt der schwierige Teil. Die Teigplatte muss von der längeren Seite her zu einer festen Rolle aufgerollt werden, ohne dabei zu reißen. Aus der fertigen Rolle dann trapezförmige Stücke schneiden, die an der dickeren Seite ca. 3cm breit sein sollten. Die dünnere Seite sollte nicht breiter als 1cm sein. Anschließend werden die Trapeze auf die dickere Seite gestellt und mit dem Stiel eines Kochlöffels, oder eines anderen schmalen Gegenstandes, von der dünneren Seite aus eingedrückt. Dabei sollten sich die Ränder leicht nach oben drehen und das Schneckenmuster sichtbar werden.

7. Die fertigen Franzbrötchen werden dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Bleck gelegt und dürfen zugedeckt für weitere 15-20 Minuten ruhen. Währenddessen wird der Ofen auf Umluft 175 Grad Celsius/ Gas Stufe 3 vorgeheizt.

8. Nach der Ruhezeit werden sie noch mit der Eigelbmischung eingepinselt und mit dem restlichen Zimtzucker bestreut. Nach ca 15-20 Minuten Backzeit sollten sie fertig sein.

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Wir haben die fertigen Franzbrötchen noch warm und frisch aus dem Ofen gegessen. Unsere Gasteltern waren völlig begeistert und unsere Gastschwester, welche nicht zuhause war, konnte nicht glauben, dass das Gebäck selbstgemacht war. Ein größeres Lob kann man meiner Meinung nach nicht bekommen!

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Also: ich wünsche euch viel Spaß beim nachbacken und würde mich über einen Kommentar freuen 🙂
Eure Fiebie

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